Das Buch zum Wochenende: Die Faultiermethode

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Wenn irgendjemand auf dieser Welt mit 18 echt cool war, dann Dolly Freed.

Als das Buch erstmals 1978 auf Englisch erschien, wurde es sehr schnell sehr erfolgreich und das bestimmt nicht, weil es eins von vielen Aussteigerbüchern ist, das einem Gartenarbeit und Schlachten erklären will. Das tut sie zwar auch, aber es war noch nie so unterhaltsam! Nachdem sich ihre Eltern aufgrund unterschiedlicher Lebensvorstellungen getrennt hatten und die Mutter mit dem Bruder abgezogen war, führte sie mit ihrem Vater ein äußerst selbstbestimmtes und eigenwilliges Leben, bevor sie irgendwann doch zu arbeiten begann, u.a. als Raumfahrtingenieurin bei der NASA.

„Warum denken die Leute nur immer, man müsse in einer trostlosen Wildnis leben oder ein Hippie, ein geselliger, arbeitsamer Zurück-zur-Natur-Freak sein, der Sojabohnen und Joghurt liebt, um sich der Geldwirtschaft weitestgehend zu entziehen?“

„Es ist einfacher, auf manche Dinge zu verzichten, die man mit Geld kaufen kann, als das Geld zu verdienen, um sie zu kaufen.“

Bald darauf erklärt sie einem, wie man Schnappschildkrötensuppe zubereitet.

„Die ganze Schildkröte kurz kochen.Wenn Sie keinen Topf haben, der groß genug ist, legen Sie die Schildkröte in die Spüle und begießen sie mit heißem Wasser. Sie wird sich hin und her werfen, passen Sie also auf, dass Sie sich nicht verbrühen.“

Nach diesem Punkt folgen weitere 29, nach denen es mir schwer fiel, Schlaf zu finden. Ich muss nicht weiter betonen, dass dieses Buch einer der besten Coming-of-age-politthriller im Gewand eines unspektakulären Sachbuches ist.

Danach wünscht man sich nichts mehr als Dolly Freed als Freundin, die man am Wochenende besuchen kann und garantiert was erlebt. Aber so richtig. Und mit selbstgebranntem Schnaps versteht sich.

Ich empfehle euch dieses Buch mit den Worten der Autorin:

„Es kann getan werden. Es soll getan werden. Tun Sie es. Sie haben nicht ewig Zeit.“